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Atlantik-Überquerung Tagesblog ab 06.01.2025 (update 26.01.25)

  • Autorenbild: Monica Winter
    Monica Winter
  • 6. Jan. 2025
  • 21 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 28. Jan. 2025

Tag 1: Start der Atlantiküberquerung – 6. Januar

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Heute haben wir bei strahlendem Sonnenschein unsere Atlantiküberquerung begonnen! Der Wind zeigte sich mit 14 Knoten von seiner besten Seite – genau das Richtige für unseren Parasailer, den wir sofort gesetzt haben.


Der Parasailor ist ein spezieller Segeltyp, perfekt für Passatwinde. Er ist wie ein großer, stabiler Drachen aufgebaut, der auch bei unruhigem Seegang nicht kollabiert. Mit ihm können wir effizient und komfortabel vor dem Wind segeln – ideal für die Tradewind-Route.


Die Stimmung an Bord ist grossartig, und mit diesen Bedingungen kann die Überfahrt kaum besser starten.


Tag 2: Besuch von Orcas – 7. Januar

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Auch der zweite Tag unserer Atlantiküberquerung brachte uns strahlenden Sonnenschein und schönes Segelwetter. Der Wind war zwar eher leicht, aber stark genug, um uns unter Segeln voranzubringen – kein Motoreinsatz nötig, genau so, wie wir es lieben.


Das absolute Highlight des Tages waren jedoch drei Orcas, die uns einen kurzen, aber unvergesslichen Besuch abstatteten. Wir wurden auf sie aufmerksam, als wir das typische Geräusch ihres Luftausstosses hörten.


Der grösste der drei kam auf der Steuerbordseite bis auf etwa einen Meter ans Boot heran, drehte sich auf die Seite und schien neugierig an Deck zu schauen. Es war ein beeindruckender Moment, diese Tiere so nah und doch so friedlich zu erleben. Nach 3-4 Minuten schwammen sie elegant davon – ein magischer Augenblick, den wir noch lange in Erinnerung behalten werden.


Wir sind gespannt, was der Atlantik uns morgen bringt!


Tag 3: Delfine im Morgenlicht – 8. Januar

Der dritte Tag unserer Atlantiküberquerung begann wundervoll. Nach meinem Morgenkaffee entdeckte ich eine Gruppe von etwa 30 Delfinen, die unser Boot NUTS begleiteten. Sofort weckte ich Tom und gemeinsam beobachteten wir, wie die Delfine eine Stunden lang vor unserem Bug spielten, sprangen und die Wellen surften – ein unvergessliches Schauspiel.


Nach etwa 20 Minuten kam auch Mia an Deck. Statt sich zu freuen, begegnete sie den Delfinen mit buschigem Schwanz und einem misstrauischen Blick, als wollte sie sagen: „Das ist mein Boot!“ Ihre argwöhnische Reaktion brachte uns zum Lachen und machte das Erlebnis noch spezieller.


Heute war das Segelwetter perfekt: sonnig und mit mehr Wind als gestern. Wir kamen gut voran und genossen diesen wunderbaren Tag auf See. Mal sehen, was uns morgen erwartet!


Tag 4: Der Mahi-Mahi und das Glöckchen 9. Januar

Der vierte Tag der Atlantiküberquerung brachte einen besonderen Erfolg: Tom`s erster Hochsee-Fisch, ein wunderschöner mittelgrosser Mahi-Mahi! Doch bevor es zum Fang kam, hier ein kurzer Einblick, wie wir an Bord der NUTS Hochsee-Fischen:


Das Setup

Zum Hochsee-Fischen nehmen wir keine Angelrute. Stattdessen kommt eine Rolle mit 100 Metern grüner Angelschnur zum Einsatz. Am Ende der Schnur wird ein Köder befestigt (siehe Fotos). Die Schnur wird dann hinter dem Boot ausgerollt, angepasst an die Geschwindigkeit des Boots. Pro Knoten Fahrt lässt man etwa 10 Meter Schnur hinaus, damit der Köder hinter dem Kielwasser (die aufgewühlte Spur, die das Boot hinterlässt) sichtbar bleibt. Bei 7 Knoten Geschwindigkeit waren es heute also 70 Meter.


Um die Schnur zu sichern, wird sie an einer Klampe (ein Beschlag am Boot zum Festmachen von Leinen) fixiert. Ein Gummizug dient als Stoßdämpfer, falls ein Fisch anbeißt, und zusätzlich ist ein kleines Glöckchen angebracht, das bei einem Biss Alarm schlägt.


Der Fang

Kurz vor Sonnenuntergang schlug das Glöckchen Alarm. Ein Mahi-Mahi hatte angebissen! Die Angelschnur habe ich per Hand eingeholt – eine anstrengende Aufgabe, besonders mit einem kämpfenden Fisch am anderen Ende. Nach einiger Zeit war der Fisch endlich an Bord.



Sofort habe ich den Mahi-Mahi filetiert und im Kühlschrank verstaut. Morgen wird er frisch zubereitet – ein köstlicher Lohn für die Arbeit.


Tag 5: Schlafrhythmus auf hoher See – Unser Wachsystem 10. Januar

Eine Atlantiküberquerung schläft nie – und deshalb haben wir ein Wachsystem, das uns abwechselnd durch die Nacht bringt. Es klingt vielleicht nach viel Arbeit, aber mit ein bisschen Routine läuft es überraschend gut!


Wie wir die Nacht teilen

Unser Wachplan ist klar:

Monica startet früh: Sie geht gegen 21:00 Uhr schlafen, um später ausgeruht zu sein.

Tom übernimmt die erste Wache: Von 21:00 bis 1:00 Uhr hält er das Steuer und geniesst die Ruhe unter dem Sternenhimmel.

Monica übernimmt von 1:00 bis 4:00 Uhr: Frisch ausgeschlafen wacht sie, während Tom sich ausruht.

Tom beendet die Nacht: Von 4:00 bis 7:00 Uhr hält er die letzte Wache. Danach darf er sich endlich ausschlafen und Monica übernimmt.


Das Ganze klingt anstrengend, aber so kommen wir beide auf unsere 7 bis 8 Stunden Schlaf, verteilt über Nacht und Tag.


Warum alles rot leuchtet

Nachts schalten wir auf Bord auf rotes Licht um. Das hat nichts mit Partystimmung oder einem schummrigen Ambiente zu tun – wir sind ja schliesslich kein schwimmendes Bordell! Stattdessen sorgt das rote Licht dafür, dass unsere Augen auf die Dunkelheit eingestellt bleiben. So können wir schneller andere Schiffe oder Hindernisse erkennen, ohne minutenlang zu blinzeln, weil wir von einer hellen Lampe geblendet wurden. Es mag ungewohnt aussehen, aber es macht absolut Sinn – und auf hoher See zählt jeder Vorteil.


Nachtwachen: Magisch und manchmal mühsam

Die Nacht hat ihren Zauber: Der Sternenhimmel über dem Atlantik ist atemberaubend

und die ruhigen Stunden allein am Steuer sind fast meditativ. Aber dann gibt es auch die Momente, in denen der Wind plötzlich dreht oder ein Segelmanöver ansteht. Da wird aus der Ruhe schnell Action – und genau deshalb ist unser Wechselrhythmus Gold wert.


Tag 6: Wellen, Geschwindigkeit und ein unerwarteter Kurswechsel – 11. Januar


Unser Parasailor Segel
Unser Parasailor Segel

Nicht jeder Tag auf See läuft wie geplant, und Tag 6 unserer Atlantiküberquerung hat das deutlich gezeigt. Statt wie geplant gerade Richtung Süden auf die 20°-Nord-Linie zu segeln, wurden wir in der Nacht von hohen Wellen und einem kleinen Drama mit unserem Vorsegel, dem Parasailor, überrascht.


Ein unerwarteter Kurswechsel

Eine Leine des Parasailors löste sich, wodurch wir den Kurs nicht mehr anpassen konnten. Statt südlich trieb es uns weiter westwärts. Die hohen Wellen machten es zu gefährlich, die Leine bei Dunkelheit zu reparieren, da das Boot mit bis zu 13 Knoten Wellen surfte und die Bugspitzen ins Tal der Wellen krachten.

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Eine schlaflose Nacht

Die Nacht war anstrengend und liess uns kaum zur Ruhe kommen. Die ständigen Bewegungen des Boots und das Krachen der Wellen machten Schlaf fast unmöglich. Erst bei Tagesanbruch konnten wir die Leine wieder einhängen und den Kurs korrigieren – jetzt steuern wir leicht südwestlich, um doch noch unter die 20°-Nord-Linie zu kommen.


Hoffnung auf bessere Bedingungen

Die kommende Nacht soll laut Wetterbericht ruhiger werden, und wir hoffen auf etwas Erholung. Nach einer solchen Nacht wird einem bewusst, wie wichtig auch kleine Pausen sind, um die Kraft für die nächsten Herausforderungen zu sammeln.


Tag 7: Ruhe, Wärme und ein erfolgreicher Fang – 12. Januar

Die Wetterprognose von gestern hat gehalten: Wir hatten eine angenehm ruhige Nacht, konnten uns erholen und neue Kräfte sammeln. Nach den Strapazen der letzten Tage war das eine willkommene Pause.


Mit jeder Seemeile, die wir westwärts segeln, spüren wir, wie die Temperaturen steigen. Die Abende werden milder, und tagsüber geniessen wir die Sonne in kurzen Hosen und barfuss. Auch unsere Solaranlage profitiert von den längeren Sonnenstunden und produziert wieder deutlich mehr Strom – ein weiterer Grund zur Freude!


Erfolgreich unter die 20°-Nord-Linie

Wie geplant, haben wir es geschafft, unter die 20°-Nord-Linie zu segeln. Hier wehen die Passatwinde besonders konstant und stabil – perfekt für eine Atlantiküberquerung. Oberhalb der Linie sind die Winde oft wechselhafter, aber jetzt segeln wir auf der Route, die uns mit gleichmässigen östlichen Winden sicher in Richtung Karibik bringt. Es ist ein gutes Gefühl, dieses wichtige Ziel erreicht zu haben.


Der Fang des Tages

Mahi-Mahi in der Pfanne
Mahi-Mahi in der Pfanne

Auch heute wurde wieder gefischt! Der erste Fang war ein echter Brocken – ein grosser Mahi-Mahi, der leider verloren ging, weil wir einfach zu schnell segelten. Ein bisschen enttäuschend, aber das Glück war uns hold: Nur 30 Minuten später biss ein weiterer an, und diesmal konnten wir ihn erfolgreich einholen.


Nach dem Filetieren liegt der Fisch jetzt bereit für unser Abendessen. Wir werden ihn mit Knoblauch, Ingwer und einer Zitronenbuttersosse anbraten – dazu gibt es Reis. Frischer geht es kaum!


Tag 8: Transatlantik-Zeitreise – Zurück in die Zukunft mit der NUTS  – 13. Januar


In Anlehnung an Zurück in die Zukunft: Marty McFly hatte den DeLorean, wir haben die NUTS. Während wir immer weiter westwärts segeln, kommt es uns tatsächlich vor, als würden wir in der Zeit zurückreisen. Mit jeder Seemeile rutschen wir ein Stückchen weiter in die Vergangenheit – oder genauer gesagt, in eine neue Zeitzone.


Zeitzonen auf dem Atlantik – eine Zeitreise

Wusstet ihr, dass man auf unserer Route etwa alle 15 Längengrade in eine neue Zeitzone gelangt? Das bedeutet, dass wir etwa alle 625 Seemeilen (ca. 1157km) die Uhren eine Stunde zurückstellen müssten. Unsere iPhones zeigen jedoch immer noch die Zeit der Kanarischen Inseln an, während sich Sonnenauf- und -untergänge immer weiter verschieben.

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Dementsprechend mussten wir unser Schichtsystem anpassen, da unsere Nachtwachen sonst plötzlich in den hellen Tag fallen würden. So passen wir unsere Zeit fortlaufend an, um uns nach und nach an die neue Zeitzone der Karibik zu gewöhnen. Würden wir das nicht tun, hätten wir bei der Ankunft in Antigua wahrscheinlich ein echter Atlantik-Jetlag!


Temperaturen steigen, Mia haarig unterwegs

Wie bereits im letzten Beitrag erwähnt wird es merklich wärmer. Die Sonne brennt mittlerweile stärker und nicht nur wir merken den Temperaturanstieg, auch Mia stellt sich auf die Karibik ein.


Unser Fellknäuel hat schlagartig vom Dichten-Winterfell auf Sommerfell umgestellt und verliert jetzt täglich Berge von Haaren. Um die NUTS nicht komplett in einen schwimmenden Teppich zu verwandeln, greife ich mehrmals täglich zur Bürste. Diese extra Streicheleinheiten geniesst Mia sehr – und wir haben dadurch wieder ein bisschen weniger Fell an Deck.

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Tag 9: Glühwürmchen-Strudel und unerwartete Gäste – 14. Januar

Manchmal überrascht uns der Atlantik mit Momenten, die uns staunen lassen. Tag und Nacht bringen kleine Wunder mit sich, die das Leben an Bord besonders machen. Während wir nachts ein faszinierendes Lichtspiel geniessen, hatten wir tagsüber überraschenden Besuch an Deck.


Fliegende Fische und ein Tintenfisch

Heute Morgen fanden wir zwei fliegende Fische und einen Tintenfisch auf dem Boot. Einer der Fische lag auf unserem Trampolin-Netz, der andere hatte es zusammen mit dem Tintenfisch auf die Seite des Bootes geschafft. Wahrscheinlich sind sie in der Nacht zu hoch aus dem Wasser gesprungen, um einem Raubfisch zu entkommen, und landeten dabei versehentlich bei uns an Bord.


Ein Fenster zur Magie des Ozeans

Die Escape Hatch (Notluke) ist eigentlich dazu da, im Notfall aus dem Katamaran zu entkommen, falls dieser kentern sollte. Diese befinden sich jeweils auf der Innseite der Rümpfe, in der Nasszelle.


In der Dusche, neben dem WC die Notluke.
In der Dusche, neben dem WC die Notluke.

Nachts, wenn das Wasser zwischen unseren beiden Rümpfen hindurchströmt, erwecken die Bewegungen des Bootes das fluoreszierende Plankton zum Leben.

Je schneller wir segeln, desto intensiver und lebhafter leuchten sie. Die kleinen Lichtpunkte tanzen und funkeln in einem lebhaften Grün. Manchmal entstehen richtige Wirbel, die gegen die Scheibe der Luke sprudeln und dabei aussehen wie ein faszinierendes Glühwürmchen-Kaleidoskop.


Dieses Schauspiel bleibt nicht nur ausserhalb des Bootes sichtbar. Da wir unsere Bord-WCs mit direkt angesaugtem Salzwasser spülen, kommt das leuchtende Plankton manchmal auch mit ins Boot. Beim Spülen sieht man dann, wie kleine grünliche Funken kurz im Wasser leuchten und durch die Toilette wirbeln. Wer hätte gedacht, dass ein einfacher Toilettengang so spektakulär sein kann?


Ein Moment für die Erinnerung

So beeindruckend das Plankton auch ist, es ist leider unmöglich, diese Lichtspiele mit unseren Kameras einzufangen. Die Lichtpunkte bewegen sich zu schnell und unsere iPhones sind nicht gut genug, um bei Nacht ein scharfes Bild zu machen. Vielleicht ist es auch besser so – manche Dinge sind einfach dafür gemacht, im Moment genossen zu werden.


Tag 10: Kaffee mit Wellengang, Warmwasser und Atlantik-Gedanken - 15. Januar


Ein Kaffee voller Schwung

Heute geniessen wir eine kleine Verschnaufpause, aber die Tage davor hatten es in sich. Eine Szene bleibt besonders im Gedächtnis: Monica machte uns einen schönen Kaffee, ich stellte die Tasse auf den Esstisch – alles schien perfekt. Doch dann klatschte eine Welle mit voller Wucht unten ans Boot und die Tasse machte einen 5-cm-Satz. Der Kaffee landete zielsicher direkt auf der Lounge. Ein echter Volltreffer! 🤦 Aber hey, was wäre eine Atlantiküberquerung ohne solche Geschichten?


Motor an, warmes Wasser rein

Seit gestern sind die Wellen weg – und der Wind leider auch. Zum ersten Mal auf dieser Reise mussten wir den Motor anwerfen, um über Nacht etwa 10 Stunden voranzukommen. Doch das hat auch seine Vorteile: Dank der Abwärme des Motors gab es frisches Warmwasser für eine wohltuende Dusche – ein kleiner Luxus mitten im Atlantik. Gleichzeitig hat unser Alternator Strom für die Geräte an Bord produziert. So macht Motorsegeln doch gleich mehr Spass. 😊


Gedanken auf See

Mit dem leichten Wind, der uns aktuell vorantreibt, ist es ruhig an Bord – fast schon meditativ. Während der Nachtwache habe ich mir ein Gunfibrötli gestrichen und dabei gedacht, wie surreal es ist, mitten im Atlantik ein Gunfibrötli zu essen. Monica erzählte mir später, dass sie im Bett lag und sich bewusst wurde, dass unter uns rund 5000 Meter tiefes Wasser liegt. Solche Gedanken kommen, wenn der Alltag an Bord mal zur Ruhe kommt und wir die Weite des Ozeans wirklich wahrnehmen.


Tag 11: Regenbogen, Wasserleck und Ruderrennen – Ein weiterer Tag auf dem Atlantik – 16. Januar

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Ein schöner Start in den Tag

Heute Morgen, als Monica die Wache übernahm, war es noch ziemlich bewölkt. Doch dann, während sie ihren Kaffee genoss, zog die Sonne die Wolken zur Seite und zauberte einen wunderschönen Regenbogen über den Horizont.


Maschinenraum und das mysteriöse Wasserleck

Bei meinem regelmässigen Routinecheck stellte sich heraus, dass wir im Maschinenraum Port (linke Seite des Katamarans) ein Wasserleck haben. Rund 20 cm hoch stand das Wasser bereits. Das allererste, was wir tun, wenn wir Wasser im Boot finden, ist, es zu probieren, um herauszufinden, ob es sich um Süsswasser oder Salzwasser handelt. Anhand dieses Tests können wir dann schlussfolgern, woher das Wasser kommt von einem Leck in der Bootshülle oder von einem Leitungsleck innerhalb des Bootes. Der Test ergab – es war salzig. Sofort schaltete ich die Bilgenpumpe ein, um das Wasser abzupumpen und zu verhindern, dass es weiter eindringt. Leider konnte ich das genaue Leck noch nicht ausfindig machen, aber die nächsten Tage werde ich damit verbringen, den Ursprung des Lecks zu lokalisieren und es abzudichten.


Mit den Ruderern auf Kurs – Die Herausforderung des Atlantiks

Es scheint, dass wir nicht die einzigen sind, die auf der Route von den Kanaren nach Antigua unterwegs sind. Tatsächlich findet derzeit das „World’s Toughest Row“ statt, ein Ruderrennen, das dieselbe Strecke abdeckt – von den Kanaren bis nach Antigua. Ich habe mich informiert, um sicherzugehen, dass diese Ruderer ordnungsgemäss beleuchtet sind, damit ich sie nachts nicht versehentlich überfahre. Es ist beeindruckend, wie diese Teams den Atlantik mit reinem Muskelaufwand überqueren, während wir den Wind für uns arbeiten lassen. Mehr Infos zum „World’s Toughest Row“ gibt es hier.


Wetterprognose und unser Kurs

Die Wetterprognosen für den Rest der Überfahrt (ab kommenden Sonntag) scheinen sich zu erhärten mit 3,7 Meter hohen Wellen und Böen um die 30 Knoten. Unser Plan ist es, weiterhin entlang der 20°-Nord-Linie zu segeln, um die bestmöglichen Bedingungen zu schaffen.


Da der Wind später auf Nordosten drehen und uns dann seitlich von hinten treffen wird, könnte es etwas unkomfortabel werden. Um uns darauf vorzubereiten, werden wir diese Höhe nicht zu früh aufgeben und noch etwas weiter nördlich bleiben, bis der Wind uns den idealen Kurs liefert. Dann können wir Antigua auf einem bequemen Vorwindkurs ansteuern, da es deutlich angenehmer ist, wenn Wind und Wellen uns von hinten unterstützen.


Kulinarische Auszeit – Bananen- Schlagrahm-Brownie

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Nach den letzten ereignisreichen Tagen haben wir uns gestern etwas Besonderes gegönnt. Essen ist inzwischen ein wichtiger Zeitvertreib an Bord, und wir genießen es sehr, hin und wieder etwas Leckeres zuzubereiten. So auch gestern, als wir einen Bananen-Schlagrahm-Brownie kreierten – ein kleiner Genuss mitten auf dem Atlantik.




Tag 12. & 13: Eine Segel Übung – Proviant - Update Wasserleck - 17. & 18. Januar


Parasailer – Eine Stunde voller Herausforderungen

Gestern war es so weit: Wir mussten das Parasailor-Segel zum ersten Mal herunterholen, da der Wind plötzlich stark zunahm und wir befürchteten, dass das Segel reissen könnte. Dieser Vorgang erfordert eine präzise Abstimmung aller Handgriffe. Zuerst starteten wir die Motoren, um das Segel sicher zu bergen. Dabei mussten wir besonders aufpassen, dass die langen Leinen nicht ins Wasser geraten, da sie sonst in den Propellern landen könnten – ein echtes Risiko.


Das Bergen des Segels fand auf dem Vordeck statt – und natürlich bekam jeder von uns dabei eine Salzwasserdusche ab. 💦 Die Wellen waren stark und warfen uns immer wieder hin und her, was das Ganze ziemlich herausfordernd machte. Um uns zu sichern, waren wir natürlich immer mit unserer Schwimmweste an der Sicherungsleine eingehakt.


Es dauerte etwa eine Stunde, und nach dieser anstrengenden Arbeit konnten wir das Segel endlich ordentlich verstauen. Doch, wie es beim Segeln so ist: Kaum hatten wir das geschafft, flaute der Wind ab, und die Sonne kam heraus. Unter unseren normalen Segeln machten wir kaum Fahrt. Also alles wieder von vorne: Parasailer wieder montieren! 😅


Proviant – Der letzte Apfel

Wir sind inzwischen an einem Punkt angelangt, an dem unser frisches Gemüse und die Früchte langsam zu Neige gehen. Doch keine Sorge, wir haben immer noch eine riesige Vorratskammer an haltbaren Lebensmitteln an Bord – genug für mindestens drei Monate! Es war klar, dass die frischen Vorräte irgendwann zu Ende gehen würden, aber wir sind bestens aufgestellt mit einer Vielzahl an Konserven, Trockenwaren und anderen lang haltbaren Lebensmitteln.


Derzeit bleibt uns noch ein Kürbis, der sich gut hält, dazu Knoblauch und Kartoffeln, aber Klassiker wie Tomaten, Äpfel und andere Früchte sind schon verzehrt. 🍅🍏 Heute habe ich den letzten Apfel mit Monica im Müsli geteilt – ein kleines Symbol für den Übergang zu den längeren Vorräten, die uns noch eine Weile begleiten werden. Umso mehr freuen wir uns auf die frischen Früchte von Antigua.


Das Leck bleibt ein Rätsel

Leider habe ich das Wasserleck im Motorraum noch nicht vollständig ausfindig machen können. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass unter laufendem Motor kein weiteres Wasser eindringt, was bedeutet, dass das Wasser nicht vom Motor selbst kommt. Das schliesst aus, dass es aus dem Kühlsystem oder ähnlichem stammt, da der Motor ja mit Salzwasser gekühlt wird.


Interessanterweise steigt das Wasser im Motorraum auch nur dann an, wenn wir schräg von hinten höhere Wellen abbekommen. Bei moderatem Seegang bleibt der Wasserspiegel konstant. Das lässt mich vermuten, dass irgendwo an der Stelle, wo das Auspuffrohr den Rumpf durchdringt, eine undichte Stelle vorliegen muss. 🔍


Falls das der Fall ist, müssen wir warten, bis wir in Antigua sind, um das Leck richtig abzudichten. Bis dahin wird das Wasser keine unmittelbaren Auswirkungen haben, da der Motor weiterhin einwandfrei läuft und wir, falls nötig, das eingedrungene Wasser direkt abpumpen können.


Ein wechselhafter Tag auf dem Atlantik

Der Tag heute (18.01.25) begann mit wechselnden Winden, die uns immer wieder überraschten. Zunächst war es relativ ruhig, aber plötzlich nahm der Wind in nur 2-3 Minuten von 10 Knoten auf 30 Knoten zu. Das ist heute schon das zweite Mal, dass wir mit solchen schnellen Windwechseln konfrontiert wurden.


Es gab auch einen kurzen Regenschauer, aber der hielt nicht lange an. Der Himmel ist heute eher bewölkt, und die Wolken wirken ein wenig dunkler, als ob sich etwas zusammenbrauen könnte. Die Wetterprognose spricht jedoch weder von Regen noch von weiteren Wolken, also warten wir mal ab und beobachten, wie sich das Wetter entwickelt. Es ist noch früh am Tag – mal sehen, wie es weitergeht!


Tag 14: Mehr als die Hälfte der Strecke geschafft – Mia, der Fisch und die Nacht auf See - 19. Januar

Wir haben inzwischen mehr als die Hälfte der Strecke hinter uns und laut unserer Logbuchanzeige sind es gerade 1710 Meilen (3167km), die wir bereits zurückgelegt haben. In der Nacht gab es jedoch ein kleines Abenteuer. Die Bedingungen wurden wieder etwas rauer, mit viel Salzwasser, Gischt und Wellen, die ans Deck schlugen.


Im Cockpit (der Aussenbereich, der auf Booten oft als „Pilotensitz“ oder einfach als „Cockpit“ bezeichnet wird) hatten wir alles soweit geschlossen. Wir hatten das Bimini mit Stoffverdeck (auch „Kuchenbude“ genannt) über die gesamte Überfahrt hinweg gut zugemacht, um uns vor den Wellen zu schützen. Doch mitten in der Nacht sprang Mia, unsere Katze, plötzlich auf und rannte los. Ich konnte es kaum fassen! Sie drückte sich durch einen kleinen Spalt nach draussen aufs Deck, obwohl wir alles so verschlossen hatten, dass sie eigentlich nicht rauskommen sollte.


Ich schaltete die Deckscheinwerfer ein, um nach ihr zu sehen und da sah ich den Grund für ihre Aufregung: Ein fliegender Fisch hatte es wiedermal auf unser Deck geschafft. Unglaublich! Mia muss wirklich erstaunliche Ohren haben, um den Fisch bei all dem Lärm von Wellen, Knarzen und Wind gehört zu haben. 😮


Natürlich war es ein kleiner Schreckmoment, denn jederzeit hätten Wellen über das Deck schwappen können. Aber Mia sass ruhig vorne und beobachtete den Fisch, der verzweifelt um sein Überleben kämpfte. Ich weckte Monica, da wir vereinbart haben, dass niemand alleine in der Nacht auf das Vordeck gehen darf, ohne dass der andere wach ist. Die grösste Gefahr sehen wir darin, dass jemand ins Meer fallen könnte, ohne dass der andere es mitbekommt – zum Beispiel, wenn er schläft.


Monica zog schnell ihre Rettungsweste an, hakte sich ein und ging nach vorne, um dem Fisch einen Schubs zu geben, sodass Mia wieder ins sichere Innere des Bootes zurückkehrte. Und tatsächlich, Mia liess sich ohne Widerstand zurück ins Boot holen und suchte sich schnell ein gemütliches Plätzchen.


Seitdem scheint sie immer etwas auf der Lauer zu sein, so wie früher, wenn sie weiss, dass irgendwo eine Maus ist. Sie schielt immer wieder nach vorne ans Deck und hofft, dass wieder ein Fisch vorbeikommt. Und tatsächlich: Etwas später in der Nacht flog ein zweiter Fisch an Deck, was Mia's Jagdlust natürlich noch weiter anheizt.


Eigentlich hätten wir ihr den Fisch gern überlassen, aber wir haben gehört, dass diese Fische einen Giftstachel haben könnten. Heute während des Tages haben wir herausgefunden, dass das wohl ein Missverständnis war. Also beim nächsten Mal werde ich ihr den Fisch einfach überlassen – ohne Bedenken. 🐟


Ein wechselhafter Segeltag – Parasailor runter, Normalsegel hoch

Das Wetter bleibt heute weiterhin unbeständig. Wir hatten alles dabei: Wolken, Regen, wenig Wind und plötzlich viel Wind – zwischen 10 und 30 Knoten. Aufgrund der starken Windböen und der Prognose, die uns über 20 Knoten Wind voraussagte, mussten wir den Parasailor wieder runterholen. Das Parasailor ist nur bis etwa 20 Knoten optimal segelbar, und bei den höheren Windgeschwindigkeiten wäre es zu riskant gewesen, es weiter zu benutzen.

Sicht aus dem Cockpit
Sicht aus dem Cockpit

Also haben wir unser normales Segel im zweiten Reff (Das Reff bedeutet, das Segel bei starkem Wind zu verkleinern, um die Belastung zu reduzieren) gehisst und segeln mit Wind aus Richtung von etwa 120 Grad. Dadurch sind wir natürlich etwas langsamer und verlieren ein bisschen an Zeit. Es bleibt spannend, wie sich der Wind weiter entwickelt!


Tag 15: Kursänderung und der Wind von hinten - 20. Januar

Heute haben wir endlich den Kurs der 20° Nord-Linie verlassen, die Linie, die uns die letzten Tage begleitet hat. Es handelt sich dabei um einen Breitengrad, und wir sind jetzt direkt auf Kurs nach Antigua. Endlich! Wir sind wirklich froh, diesen Kurs zu verlassen, denn auf dieser Linie hatten wir immer den Wind und die Wellen etwas seitlich, was die Fahrt ziemlich ungemütlich machte. Jetzt, auf unserem direkten Kurs nach Antigua, bekommen wir Wind und Wellen direkt von hinten – und das macht die Fahrt den Umständen entsprechend angenehmer.


Warum “den Umständen entsprechend”? Je näher wir der Karibik kommen, desto wärmer wird das umgebende Wasser und auch die Luft. Dies führt zu unbeständigem Wetter und das bringt eigene Herausforderungen mit sich, da wir jetzt regelmässig Squalls erleben – Gewitterzellen, die über uns hinwegziehen oder an uns vorbeigleiten. Das Wetter kann innerhalb von Minuten umschlagen: Der Wind springt plötzlich an, es stürmt und regnet für etwa 15 bis 30 Minuten, und genauso schnell ist es auch wieder vorbei. Heute hatten wir schon drei dieser Zellen. Das letzte, was wir bei Tageslicht gesehen haben, war, dass noch einige weitere auf uns zukommen werden.


Deswegen haben wir für die Nacht das Segel überrefft – das heißt, wir haben es bewusst etwas kleiner gesetzt, um sicherzustellen, dass wir auch dann noch sicher segeln können, wenn uns ein Squall überraschen sollte. So müssen wir nicht nach draussen und können gefahrlos weitersegeln, auch wenn wir dadurch etwas langsamer unterwegs sind.

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„Wenn die See schlechte Laune hat“ – Tag 16. & 17: Zwei herausfordernde Tage auf dem Atlantik - 21. & 22. Januar


Kämpfen gegen Wind und Wellen

Die letzten zwei Tage waren die härtesten, die wir bisher erlebt haben. Mit Windstärken der Beaufort-Skala 7 (28 bis 34 Knoten) und riesigen Wellen von über 4 Metern wurde das Boot ordentlich durchgeschüttelt. Die See hatte echt schlechte Laune und liess uns wenig Zeit, uns zu erholen. Alles an Bord flog umher, und wir mussten uns ständig irgendwo festhalten, um nicht durch die Gegend geschleudert zu werden. Es war anstrengend und ermüdend, und es gab Momente, in denen wir einfach nur noch durchhalten wollten.

Unsere Katze Mia war leider seekrank und musste mehrfach erbrechen. Zum Glück geht es ihr heute wieder gut. Der Wind liegt nun bei 20-23 Knoten, was zwar immer noch ordentlich ist, aber deutlich angenehmer als die über 30 Knoten der letzten Tage. Auch die Wellen haben sich etwas gelegt. Laut Wetterbericht bleibt der Wind in diesem Bereich bis Antigua, was den letzten Abschnitt der Reise deutlich angenehmer und besser segelbar machen sollte.

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Die mondlose Zeit

Wir nennen sie die „mondlose Zeit“, weil, nachdem die Sonne untergegangen ist und die Nacht hereinbricht, der Mond noch nicht aufgeht. Er lässt sich etwa drei bis vier Stunden Zeit, bevor er erscheint. In dieser Zeit gibt es kaum Licht, nur das schwache Funkeln der Sterne. Und wenn der Himmel dann noch bewölkt ist, bleibt das Licht vollständig aus. Man kann kaum noch unterscheiden, wo das Wasser aufhört und der Himmel beginnt. Der Horizont verschwimmt in einem tiefen, schwarzen Nichts.


Wenn dann auch noch riesige Wellenberge auf uns zukommen und die See um uns herum tost, fragt man sich, ob es ein Vorteil ist, dass wir die Wellen nicht sehen können.

Es ist ein Gefühl der Demut, wenn man erkennt, wie klein und zerbrechlich man im Angesicht der unbändigen Kraft des Meeres ist.


Tag 18. & 19: Der Endspurt naht – fast da, aber noch nicht ganz! - 23. & 24. Januar

Es ist kaum zu fassen – nur noch 274 Seemeilen bis Antigua! Der Endspurt hat begonnen und die Vorfreude wächst mit jeder Seemeile. Unsere Gespräche an Bord drehen sich immer häufiger um die Frage: „Was machen wir als erstes, wenn wir endlich an Land sind?“

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Tom's Antwort: „Rum-Cola“ 🍹 Und Monica? Sie kann es kaum erwarten, als erstes ins Wasser zu springen. Aber bevor wir in die Karibik eintauchen, müssen wir uns noch mit der praktischen Seite der Ankunft beschäftigen – der Bürokratie, die leider auch auf dem Wasser nicht haltmacht.







Bürokratie auf See – Der Weg ins Land

Flagge: Antigua & Barbuda
Flagge: Antigua & Barbuda

Bevor wir in die Gewässer von Antigua und Barbuda einlaufen, müssen wir etwa 6 Stunden vorher die Küstenwache per Funkgerät auf Kanal 16 über unsere Ankunft informieren und um Erlaubnis bitten. Zusätzlich hissen wir die Q-Flagge, die signalisiert, dass wir als Neuankömmlinge unter Quarantäne stehen, bis das Gesundheitsamt uns überprüft hat. Erst wenn alles geregelt ist und uns der Gesundheitsdienst grünes Licht gibt, dürfen wir auch offiziell an Land gehen um uns bei der Einwanderungsbehörde persönlich anzumelden - jedoch nur der Käptan, die Crew muss an Board verweilen.



Tag 20: Ein chaotischer Tag – Ein Wal, ein kaputtes Steuer und das Grosssegel – 25. Januar


Heute schien es endlich so weit zu sein – unser letzter Tag auf See. Das Wetter war schön, die Wellen ruhig und wir segelten dahin. Wir mussten nur noch einem grossen Containerschiff ausweichen, das uns scheinbar nicht wirklich beachtete. Alles lief eigentlich nach Plan – das Mittagessen war lecker: Kartoffelstock mit Pilzrahmsauce. Ich wollte mir gerade eine zweite Portion gönnen, als Monica plötzlich den Blick auf den Himmel richtete und sagte: „Oh, da sieht es ein bisschen schwarz aus, iss lieber schnell, wir müssen reffen.“


Ich fing also an, schneller zu essen. Doch im Moment, in dem ich den letzten Löffel nahm, war es schon zu spät – der Wind packte uns und das Boot beschleunigte auf Geschwindigkeiten, für welche es nicht konstruiert wurde! Ohne lange zu zögern, sprangen wir auf und begannen, das Segel zu reffen. Aber wie es oft beim Segeln ist: Wenn der Wind erst einmal da ist, wird das Reffen viel schwieriger.


Also versuchten wir, das Boot in den Wind zu drehen und das Grosssegel zu verkleinern. Doch dann – die Überraschung: Das Steuer reagierte nicht mehr! Das Steuerrad ging plötzlich viel zu leicht, und der Autopilot gab Alarm. In dem Moment hatte ich eine böse Vorahnung: Das Steuerkabel ist gerissen!


Mit der Notpinne in der Hand – einer Notsteuervorrichtung, welche wir direkt auf den Ruderschaft stecken können – versuchten wir, das Boot noch unter Kontrolle zu halten. Aber bei dem Wellengang war das alles andere als einfach die Notpinne war schwer zu halten. Da ich das Steuerkabel reparieren wollte übergab ich Monica die Pinne.


Zwergwal, Foto vom Internet
Zwergwal, Foto vom Internet

Gerade als ich mich an die Reparatur machte, hörte ich plötzlich Monica an Deck schreien: “Ein Wal… ein Wal!!” Ein Wal schwamm unerwartet ganz nah an unserem Boot vorbei – auf der Backboard-Seite, nur etwa 10 Meter entfernt! Zuerst dachte ich, es wäre ein Orca, da er einen weissen Fleck hatte, doch es war tatsächlich ein Zwergwal, der uns völlig entspannt beobachtete.


Leider blieb uns für das „Whale Watching“ nicht viel Zeit, denn wir mussten uns schnell darum kümmern, das Boot wieder manövrierfähig zu machen. Es wurde klar, dass die Notpinne nicht wirklich funktionierte – für die Reparaturen brauchten wir einfach vier Hände. Also mussten wir schnell umplanen.


Zuerst holten wir das Grosssegel komplett herunter. Doch ohne die Möglichkeit, NUTS zu steuern, war das gar nicht so einfach. Normalerweise würden wir sie in den Wind drehen, um das Segel sauber zu bergen, während es ruhig wie eine Fahne im Wind weht. Stattdessen schlug das Segel wild um sich, verhedderte sich und eine Segellatte wurde herausgerissen. Trotz der Schwierigkeiten gelang es uns jedoch, das Segel letztlich zu verstauen.

gerissenes Steuerkabel - aufgrund von Korrosion
gerissenes Steuerkabel - aufgrund von Korrosion

Um das Steuerkabel zu reparieren, liessen wir uns treiben. Monica holte das Ersatzsteuerkabel heraus, während ich eine kleine Pille gegen die Seekrankheit einwarf, da das Ganze mit den Wellen und dem Seegang alles andere als einfach war. 🌊💊

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Nach ungefähr eineinhalb Stunden war die Reparatur endlich abgeschlossen. Das Grosssegel wird wohl in Antigua repariert werden müssen, aber wir haben es geschafft, das Steuer wieder funktionstüchtig zu machen und sind wieder in Fahrt.





Der Tag war ein Mix aus Nervenkitzel, Panik und sogar einem kleinen „Whale Watch“-Moment, der uns zum Glück einen Hauch von Erleichterung brachte.

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Tag 21 – Ankunft in Antigua: Ein neues Abenteuer beginnt - 26. Januar


Flaggen werden noch vor Ankunft gehisst
Flaggen werden noch vor Ankunft gehisst

Ankunft und erstes Ankern

Wir haben es geschafft! Nach 2'623 Seemeilen sind wir gestern Nacht um 23:30 Uhr in Antigua angekommen. Leider war es zu dunkel, um in die grosse Bucht zu fahren, also haben wir draussen geankert. Der Platz war zwar nicht perfekt geschützt, aber für uns, die wir uns mittlerweile an die Wellen und die Bewegung des Atlantiks gewöhnt haben, war es gut genug.



Einziehen in die Bucht und erster Sprung ins Karibische Meer

Heute Morgen sind wir in die grössere, gut geschützte Bucht weitergezogen, umgeben von drei wunderschönen Palmenstränden. Tom machte sich direkt auf den Weg zur Einwanderungsbehörde, um uns anzumelden, und wie erwartet, verlief alles problemlos. Und dann war es endlich soweit: Das erste Mal schwimmen! Monica konnte endlich ins warme Karibische Meer springen – ein absolutes Highlight! 🌊

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Nationalgericht Ziegen-Curry und Ankunft Frauenteams Toughest Row

Nach der Erfrischung im Wasser haben wir das kleine Hafen-Dörfchen näher erkundet und das Nationalgericht „Ziegen-Curry“ probiert – definitiv gewöhnungsbedürftig! 🐐🍛


Bei unserer Ankunft am Dock mit dem Beiboot trafen wir noch die drei Frauenteams des „World’s Toughest Row“, die sich gerade von ihrer epischen Rudertour von Europa in die Karibik erholen. Wir konnten ihre beeindruckenden Ruderboote bestaunen – wahnsinnige Leistung!



Rum-Cola und Karibik-Feeling

Und wie versprochen: Auch Tom hat endlich seinen Rum-Cola genossen, der erste Drink nach über 20 Tagen auf See. 🍹


Das Abenteuer geht weiter

Jetzt, wo die Transatlantiküberquerung abgeschlossen ist, fühlt es sich an, als würde unsere Reise erst richtig beginnen. Es war eine unglaubliche Erfahrung, aber der wahre Spass wartet jetzt auf uns. Wir können es kaum erwarten, mehr von der Karibik zu erkunden!

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3 Kommentare


Adrian Gadient
Adrian Gadient
08. Feb. 2025

Hye ihr zwoi spinners! Herzliche Gratulation! Danke für eure geschichte. Ich fiire euch!!!

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ricovago
28. Jan. 2025

Gratuliere 👍👍👍👍😊,Danke für den ausführlichen Berichte die sehr interessant waren. Wünsche euch beiden schöne zeit in der warmen Gegend, und geniesse die zeit. Freue mich auf die folgenden berichten. Lg Rico

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ricovago
07. Jan. 2025

Wünsche euch eine gute überfahrt, immer den richtige 💨

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