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Flucht vor Hurrikanen & Piraten – von Grenada nach Bonaire 🌪️🏴‍☠️🐠

  • Autorenbild: Tom Winter
    Tom Winter
  • 24. Juli 2025
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 25. Juli 2025

Countdown: Hurrikan-Saison

Am 1. Juni startet offiziell die Hurrikan-Saison ⏳ – und als wir noch in Grenada lagen, waren es nur noch zwei Wochen bis dahin. Doch schon jetzt spürten wir, dass die Karibik langsam die Muskeln spielen lässt: die Luft aufgeladen, plötzliches Gewitterdonnern, Windböen und Regen wie aus Eimern.


Besonders präsent war in unseren Köpfen Hurricane Beryl vom 01.06.2024, der hier im letzten Jahr unzählige Boote und Häuser zerstört hat. Schon in Carriacou hatten wir – wie bereits in einem früheren Nuts-Blog erwähnt – viele umgekippte und gestrandete Boote gesehen. Dieser Anblick macht demütig und zeigt, wie machtlos man gegen die Naturgewalten ist. ⚠️ Also hiess es: Ab nach Süden! 🎯


Unser Ziel: die ABC-Inseln (Aruba, Bonaire, Curaçao). Diese liegen so weit südlich, dass Hurrikane dort nur selten vorbeischauen – und wir hofften, dort eine ruhige „Off-Season“ verbringen zu können.


(Hurrikan-Saison ist übrigens offiziell vom 1. Juni bis 30. November – und ja, das klingt lang… 😅)


Konvoi gegen Piraten-Gefahr 🏴‍☠️

Die Route von Grenada nach Bonaire führt gefährlich nah an der Küste Venezuelas vorbei. Dort kommt es leider immer wieder zu Piratenüberfällen auf Segler. Nicht so ganz unser Ding – also suchten wir Schutz in der Gruppe!


Über Noforeignland (Segler-App) fanden wir schnell Gleichgesinnte. Am Ende waren wir fünf Katamarane, die gemeinsam starteten:


  • So What – Nautitech 44, pensioniertes englisches Paar mit zwei Hunden 🐕🐕

  • Tango – brandneue Antares 44 Hybrid, amerikanisches Pärchen mit Katze🐱

  • Monika – Belize 43 (ja, wie unsere NUTS!), drei junge Deutsche 🇩🇪

  • Great Dane – Saona 47, belgisches Paar mit einer Deutschen Dogge

    (der Name ist Programm🐶)

  • NUTS – unser Catamaran, bewaffnet mit Tom, Teleskop-Schlagstock und Pfefferspray 💪🌶️


AIS? Licht an oder aus? 🤔

Vor der Überfahrt besprachen wir alles in mehreren Gruppentreffen: Wetterfenster, Nachtwachen, Piraten-Taktik.


Kurz für Landratten erklärt:

  • AIS ist wie ein „Live-Standort“ für Schiffe – es zeigt anderen Booten schon kilometerweit vorher, wo wir sind, inklusive Kurs und Geschwindigkeit. Super praktisch, aber halt auch für ungebetene Gäste sichtbar.

  • Radar dagegen erkennt uns erst viel später – erst dann, wenn wir wirklich in Reichweite der Radarstrahlen sind.

  • Radar kann dafür aber auch Wetterzellen, Regenfronten, Fischerboote ohne AIS oder sogar Felsformationen anzeigen. Alles, was Radarstrahlen reflektiert, taucht dort auf.


Das heisst: Wenn unser AIS aus ist, sind wir für andere Schiffe erst spät auf dem Radar zu sehen – fast so, als würden wir mit Tarnkappe segeln.


Auch die Navigationslichter waren ein Thema. Einige wollten sie nachts ausschalten – wir nicht! Das Risiko, von einem Frachter über den Haufen gefahren zu werden, erschien uns grösser als die Piratengefahr. Unsere Lösung: Lichter nur aus, wenn wir tatsächlich kleine Boote verdächtig nah sehen.


Plan B: Bestechung oder Selbstverteidigung?

Einige Segler schworen auf das sogenannte „Give-away Money“ – 1000 USD in Cash, griffbereit für alle Fälle. Wir investierten in Bärenspray und Teleskopschlagstock – natülich nur für den Notfall. 😜


Abfahrt & Höllen-Squall ⛈️

22. Mai, 07:00 Uhr: Alle fünf Boote starten gemeinsam aus Grenada. Wir hielten anfangs nur drei Seemeilen Abstand.


Doch dann, mitten in der Nacht, kam ein riesiger Squall (Wind mit starken Böen, Regen und vereinzelten Blitzen) 🌪️⚡.


Da wir ohne AIS fuhren, mussten wir besonders wachsam sein. Radar war auf „Super-Fein-Modus“, damit wir jede kleine Bewegung sehen. Aber statt Piraten sahen wir nur gigantische Gewitterwolken auf uns zurollen.


Kurzerhand: Lichter und AIS an, damit die anderen uns bei dieser schlechten Sicht sehen können. Nach dem Gewitter zog sich die Gruppe auseinander.


  • Great Dane (grösstes Boot = schnellstes Boot) zog vorne weg.

  • Wir lagen ca. 4 Meilen dahinter :-).

  • Monika lag weitere 4-6 Meilen hinter uns.

  • Tango und So What verloren wir aus den Augen.


Ankunft im Paradies: Bonaire 🏝️

24. Mai, nachts: Great Dane erreicht Bonaire. Wir eine Stunde später. Monika noch eine Stunde danach. Tango & So What trudeln erst am nächsten Mittag ein – alle heil angekommen! 🎉


Beim Einklarieren staunten wir nur: WOW, Bonaire!

Glasklares Wasser, kleine bunte Strandbars und dieser Vibe von „Hier ist Urlaub pur.“



Taucherparadies & Roadtrip 🌊🤿

Bonaire ist ein Traumziel für Taucher – mit 120 Dive-Spots, die fast alle direkt vom Strand aus erreichbar sind. Die Tauchshops hier sind genial: Du mietest dir einen Pickup-Truck, packst hinten zehn Flaschen rein und fährst einfach die Spots ab.


Und weil wir die Chance im Naturschutz-Taucherparadies nicht verpassen wollten, haben wir uns für einen Freedive-Kurs nach PADI angemeldet: Tom stieg in den Advanced-Kurs ein (Ziel: 20 Meter Tiefe 🌊💪), Monica machte ihren ersten Kurs mit Fokus auf Technik, Sicherheit und der Kunst, die Unterwasserwelt ohne Blubbern zu erleben bis zur max. Tiefe von 10 Metern. Die Ruhe da unten? Einfach magisch.



Wir waren ausserdem auf einer 40-km-Radtour um die Salzseen 🚴‍♀️, sind Offroad durch den Nationalpark und haben den Donkey Shelter besucht (hier gibt’s jede Menge Esel, weil sie früher als Arbeitstiere eingeführt wurden).


Flamingos? Check! 🦩

Papageien? Check! 🦜


Und ja, wir waren auch im einzigen Schweizer Restaurant auf Bonaire – Tom konnte einem Cordon Bleu nicht widerstehen. 🇨🇭🍴



Multikulti-Vibes

Die Amtssprache ist Papiamentu (eine kreolische Mischsprache aus Spanisch, Portugiesisch, Niederländisch, Englisch sowie afrikanisch), aber alle sprechen hier auch Holländisch, Englisch und Spanisch – ein echter Sprachmix. Wir fühlten uns sofort willkommen.


Eine Nacht an der Boje kostet 35 USD, da das Gebiet Naturschutzzone ist. Nach fünf Wochen Bonaire verabschiedeten wir uns.

schöne Sonnenuntergänge aufgrund des Saharastaubes
schöne Sonnenuntergänge aufgrund des Saharastaubes

Nächster Halt: Curaçao 🚤

Von Bonaire segelten wir weiter nach Curaçao – hier spielt sich das Leben nicht nur unter Wasser ab, sondern vor allem in der bunten Segler-Community über Wasser, mit Events, Treffen und jeder Menge Austausch. Aber dazu mehr im nächsten NUTS-Blog!😉


 
 
 

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